{"id":2368,"date":"2017-10-20T20:00:44","date_gmt":"2017-10-20T18:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/?p=2228"},"modified":"2021-01-16T23:33:15","modified_gmt":"2021-01-16T22:33:15","slug":"von-sinn-und-unsinn-hunde-richtig-impfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/von-sinn-und-unsinn-hunde-richtig-impfen\/","title":{"rendered":"Von Sinn und Unsinn &#8211; Hunde richtig impfen!"},"content":{"rendered":"<p>Eine durchaus g\u00e4ngige Praxis bei vielen Hundehaltern besteht darin, den eigenen Hund jedes Jahr impfen zu lassen. Schlie\u00dflich wird es von seinem Tierarzt so empfohlen und dieser wird wohl wissen, was das Beste f\u00fcr den eigenen Vierbeiner ist. Einige Impfstoffe, wie z.B. jener f\u00fcr Tollwut, halten immerhin drei Jahre, dann jedoch m\u00fcssen auch sie nachgeimpft werden- zumindest wenn man weiterhin mit dem Hund in den Urlaub, in die Hundeschule etc. gehen m\u00f6chte. Doch h\u00e4lt so eine Tollwutimpfung eigentlich nur drei Jahre, oder nicht doch deutlich l\u00e4nger?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Problematik<\/h2>\n<p>H\u00f6chstwahrscheinlich werden die meisten Hunde deutlich zu oft geimpft. Denn was vielen Tierhaltern nicht bewusst ist, wissenschaftlich ist die Dauer \u00fcber Ein- oder Dreijahresimpfungen nicht begr\u00fcndet, denn die Angabe steht im reinen Ermessen des Herstellers. So k\u00f6nnen Impfstoffhersteller Produkte mit der Empfehlung der j\u00e4hrlichen Nachimpfung auf den Markt bringen, ohne vorher erforscht zu haben, wie lange der Impfstoff wirklich aktiv ist. Belegt werden muss lediglich die auf dem Beipackzettel angegebene Dauer, welche h\u00e4ufig viel zu kurz ausf\u00e4llt &#8211; in der Humanmedizin w\u00e4re so etwas undenkbar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2233 alignright\" src=\"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/MopsTag1-1-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\"><\/p>\n<h2>Das Impfchaos- Wie oft? Was? Wann?<\/h2>\n<p>Die g\u00e4ngigen Hauptimpfstoffe, welche jeder Hund haben sollte sind Staupe, Parvovirose, Hepatitis. Diese k\u00f6nnen einzeln oder in Kombination geimpft werden. Am h\u00e4ufigsten werden die meist g\u00fcnstigeren Kombi-Impfungen angewandt, wobei der Halter oft nicht einmal genau wei\u00df, was da in den Hund gespritzt wird. Die Kombiprodukte tragen h\u00e4ufig Namen wie SHPPi oder SHPPi\/L, SA2PPi\/L oder auch DHPPi\/L &#8211; dahinter verbergen sich Abk\u00fcrzungen f\u00fcr die einzelnen Impfstoffe. Zahlreiche und weit verbreitete Verwendung finden vor allem die Kombinationen Tollwut-Leptospirose und Staupe-Hepatitis-Parvovirose-Parainfluenza, sowie Staupe-Hepatitis-Parvovirose-Parainfluenza- Leptospirose-Tollwut. Au\u00dferdem gibt es weitere Impfstoffe wie Babesiose, Borreliose, Leishmaniose, Tetanus und Bordetella. Eine ausf\u00fchrliche Liste aller zugelassenen Impfstoffe ist hier einzusehen. Um zu wissen wogegen der Hund bereits geimpft ist, reicht ein einfacher Vergleich mit der Abk\u00fcrzungslegende (siehe unten). Um zu wissen wogegen er geimpft werden sollte, m\u00fcssen wir noch etwas genauer werden.<\/p>\n<p><strong>S<\/strong> = Staupe (D f\u00fcr Distemper)<\/p>\n<p><strong>P<\/strong> = Parvovirose<\/p>\n<p><strong>H<\/strong> = Hepatitis<\/p>\n<p><strong>A 2<\/strong> = Adenovirus 2 (Hepatitis)<\/p>\n<p><strong>PI<\/strong> = Parainfluenza (Zwingerhustenerreger)<\/p>\n<p><strong>L<\/strong> = Leptospirose<\/p>\n<p><strong>T<\/strong> = Tollwut<\/p>\n<p><strong>B. b.<\/strong> = Bordetella bronchiseptica (Zwingerhustenerreger)<\/p>\n<p><strong>SHP<\/strong> (oder SA2P) = Kombi-Impfstoff gegen Staupe-Hepatitis-Parvovirose<\/p>\n<p><strong>SHPPi<\/strong> (SHA2PPi) = Kombi-Impfstoff gegen Staupe-Hepatitis-Parvovirose-Parainfluenza<\/p>\n<p><strong>SHPPi\/L<\/strong> (SHA2PPi\/L) = Kombi-Impfstoff gegen Staupe-Hepatitis-Parvovirose-Parainfluenza- Leptospirose<\/p>\n<p><strong>SHPPi\/LT<\/strong> (SHA2PPi\/LT) = Kombi-Impfstoff gegen Staupe-Hepatitis- Parvovirose-Parainfluenza-Leptospirose-Tollwut<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Staupe:<\/h3>\n<p>Bei Staupe handelt es sich um eine Viruserkrankung, welche vor der Entwicklung des Impfstoffes in den 1960er Jahren, eine der verlustreichsten Hundekrankheiten war. Staupe kann verschiedene Organe befallen und hat deshalb einen unterschiedlichen Krankheitsverlauf. Klassische Symptome sind Lungenentz\u00fcndung, Nasen- und Augenausfluss, Erbrechen, Durchfall,&nbsp;Fiebersch\u00fcbe oder auch Hyperkeratose, was einer Verhornung der&nbsp;Sohlenballen und des Nasenspiegels entspricht. Wenn der Virus sich im zentralen Nervensystem ausbreitet k\u00f6nnen auch Bewegungsst\u00f6rungen, L\u00e4hmungen etc. auftreten. Staupeviren sind eng verwandt mit dem menschlichen Masernvirus. Menschen sind nach einer zweimaligen Grundimmunisierung ihr Leben lang gesch\u00fctzt, Langzeitstudien (DOI) haben ebenfalls einen langj\u00e4hrigen Staupeschutz nachgewiesen, es wurde ein Zeitraum von sieben Jahren untersucht. Die Studien wurden nicht nur durch das Messen von Antik\u00f6rpern belegt, sondern auch durch eine Belastung mit Staupeviren der Versuchstiere. Wahrscheinlich ist, dass der Impfstoff ein Hundeleben lang h\u00e4lt.<\/p>\n<h3>Parvovirose:<\/h3>\n<p>Parvovirose kann vor allem bei sehr jungen und alten ungesch\u00fctzten Hunden &nbsp;h\u00e4ufig vorkommen. Die Hunde stecken sich durch den Kot bereits infizierter Tiere an. Die Symptome sind Fieber, blutiger Durchfall, Mattheit, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Die Krankheit ist hoch ansteckend und verl\u00e4uft akut. Studien haben ebenfalls einen Impfschutz von mindestens sieben Jahren festgestellt.<\/p>\n<h3>Hepatitis:<\/h3>\n<p>Hepatitis wird durch Adenoviren \u00fcbertragen und ist eine ansteckende Leberentz\u00fcndung. Symptome sind ebenfalls Fieber, Erbrechen, Durchfall, au\u00dferdem k\u00f6nnen Blutungen und neurologische St\u00f6rungen auftreten. \u00dcbertragen wird Hepatitis durch K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten, wobei besonders Harn eine Rolle spielt. US-Studien haben einen neunj\u00e4hrigen Impfschutz belegt.<\/p>\n<h3>Zwingerhusten:<\/h3>\n<p>Zwingerhusten ist eine Erkrankung der Atemwege, welche haupts\u00e4chlich von Hund zu Hund (\u00fcber die Luft oder durch Tr\u00f6pfcheninfektion) \u00fcbertragen wird. Typische Symptome sind Husten mit Schleimauswurf. Da es verschiedene Erreger gibt, welche am Zwingerhustenkomplex beteiligt sind, kann eine Impfung niemals die Krankheit komplett am Ausbruch hindern, vielmehr kann diese m\u00f6glicherweise weniger stark verlaufen. Die Krankheit heilt jedoch meistens von alleine aus, so dass eine Impfung nicht notwendig ist.<\/p>\n<h3>Leptospirose:<\/h3>\n<p>Leptospirose wird haupts\u00e4chlich durch den Harn von Nagetieren, wie Ratten und M\u00e4use \u00fcbertragen , erste Symptome sind Fressunlust, Fieber und Erbrechen. Leptospirose-Impfungen sind \u00e4u\u00dferst umstritten, denn die k\u00f6nnen viele Nebenwirkungen hervorrufen, da sie aus ganzen Bakterien hergestellt werden. Der Impfstoff kann eine erh\u00f6hte Reaktion des Immunsystems hervorrufen, welcher Allergien oder sogar Hirnsch\u00e4den ausl\u00f6sen kann. Au\u00dferdem kommen Lepto-Erkrankungen durch die zahlreichen verschiedenen St\u00e4mme auch bei durchgeimpften Hunden vor.&nbsp; Gesch\u00fctzt wird gerade einmal gegen vier von 200 vorkommenden Untertypen. M\u00f6chte man seinen Hund trotzdem gegen Leptospirose impfen lassen, um das Risiko einer Erkrankung zumindest zu vermindern, muss die Impfung jedes Jahr wiederholt werden.<\/p>\n<h3>Borreliose:<\/h3>\n<p>Borreliose ist eine durch Zecken \u00fcbertragene Krankheit, welche unbehandelt einen schweren Verlauf nehmen kann. Die Impfung ist ebenfalls \u00e4u\u00dfert umstritten, da sie lediglich gegen eine Art von Erreger sch\u00fctzt, welcher bei uns jedoch kaum anzutreffen ist. Des Weiteren wird auch dieser Impfstoff aus ganzen Bakterien hergestellt und ist damit anf\u00e4llig f\u00fcr Nebenwirkungen. Au\u00dferdem ist das Risiko, dass ein infizierter Hund erkrank \u00e4u\u00dferst gering, es sollte aber auf einen guten Zeckenschutz geachtet werden. \u00c4hnliches gilt \u00fcbrigens f\u00fcr einen Impfstoff gegen Babesiose, dessen Wirksamkeit nicht belegt ist.<\/p>\n<h3>Tollwut:<\/h3>\n<p>Tollwut ist eine hochinfekti\u00f6se Krankheit, die durch verschiedene Tierarten \u00fcbertragen wird und fast immer t\u00f6dlich endet. Auch wenn Deutschland tollwutfrei ist, werden die meisten Hunde regelm\u00e4\u00dfig dagegen geimpft, um mit ihnen verreisen zu k\u00f6nnen. M\u00f6glicherweise ist das nicht einmal so verkehrt, denn ein sehr geringes Restrisiko durch importierte Tiere besteht. Schon bei einem kleinen Verdacht mit dem Erreger in Kontakt gekommen zu sein, m\u00fcssen ungeimpfte Tiere au\u00dferdem meist mit dem Leben b\u00fc\u00dfen. Tollwut wird nicht vor der 12. Lebenswoche geimpft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Festzuhalten ist also, dass sinnvolle und wichtige Impfungen Staupe, Parvovirose und Hepatitis sind. F\u00fcr diese Impfungen reicht eine Grundimmunisierung, das hei\u00dft im Welpenalter wird der Hund dreimalig geimpft und hat dann einen lebenslangen Schutz. Mehr dazu sp\u00e4ter. M\u00f6chte man mit seinem Hund verreisen oder anderweitig aktiv werden, ist auch eine Tollwutimpfung Voraussetzung. F\u00fcr die Tollwutimpfung ist ein mindestens f\u00fcr drei Jahre g\u00fcltiger Impfstoff auf dem Markt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Der Impfstandard nach StiKo Vet empfiehlt eine Nachimpfung nur alle DREI Jahre, w\u00e4hrend in den meistens Tierarztpraxen nur ein Jahr im Ausweis vermerkt wird &#8211; das entspricht also nicht dem offiziellen Impfstandard. F\u00fcr Leptospirose und Parainfluenza (Zwingerhusten) liegt dieser weiterhin bei j\u00e4hrlichen Nachimpfungen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Grundimmunisierung<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2235 alignleft\" src=\"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/SAM1682-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"156\"><\/p>\n<p>Die Grundimmunisierung erfolgt meist im Welpenalter und dient dem ersten Aufbau eines Impfschutzes. Hierbei werden mehrere Impfungen in relativ kurzen Abst\u00e4nden verabreicht. Die Grundimmunisierung spielt eine gro\u00dfe Rolle, um einen zuverl\u00e4ssigen Impfschutz aufzubauen, sie bezieht sich auf die Impfungen von Staupe, Parvovirose und Hepatitis. Die Impfungen werden zum ersten Mal in der 8. Lebenswoche verabreicht und dann zwei weitere Male im Abstand von drei bis vier Wochen bis zur 16. Lebenswoche. Warum so h\u00e4ufig? Der Welpe bekommt von der Mutter sogenannte maternale Antik\u00f6rper, welche ihn in den ersten Lebenswochen bereits vor Infektionen sch\u00fctzen. Diese k\u00f6nnen einen erfolgreichen Impfschutz verhindern, je nach Welpe ist das unterschiedlich und aufw\u00e4ndig zu bestimmen. Da nicht genau bekannt ist, wann der Schutz der maternalen Antik\u00f6rper seine Wirkung verliert (irgendwann zwischen der 8. Und 16. Lebenswoche) wird der Welpe in dieser Zeit mehrfach geimpft, um den Schutz vor Infektionen aufrechtzuerhalten. Die Grundimmunisierung ist mit der Impfung im Alter von 15. Monaten abgeschlossen und gew\u00e4hrt in den meisten F\u00e4llen einen sehr langen- bis hin zu lebenslangem Impfschutz. Wenn die Grundimmunisierung einmal erfolgreich abgeschlossen wurde, ist es unter keinen Umst\u00e4nden n\u00f6tig, diese erneut durchzuf\u00fchren, egal wie viel Zeit bis zu der m\u00f6glichen Nachimpfung vergangen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Titerkontrollen<\/h2>\n<p>Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist das Titermessen &#8211; so k\u00f6nnte man zumindest meinen. Dabei wird die Konzentration der vorhandenen Antik\u00f6rper \u00fcberpr\u00fcft und somit geschaut, ob eine Nachimpfung notwendig ist. Ist der Spiegel hoch genug, muss das Tier nicht erneut geimpft werden.<\/p>\n<p>Monika Peichl schreibt in ihrem Buch \u201eHunde impfen- Der kritische Ratgeber\u201c: <em>Nachimpfungen mit&nbsp;Viruslebendimpfstoffen bewirken h\u00f6chstens einen kurzfristigen Anstieg des Antik\u00f6rperspiegels (= Titer). Sp\u00e4testens nach ein paar Monaten f\u00e4llt er wieder&nbsp;auf die vorherige H\u00f6he.<\/em><\/p>\n<p>Ein Tier mit einem hohen Titer kann sich nicht mit der entsprechenden Krankheit infizieren, das hei\u00dft jedoch nicht automatisch, dass es ungesch\u00fctzt ist, sobald der Titer f\u00e4llt. Die Ged\u00e4chtniszellen sorgen daf\u00fcr, dass das Tier sich infizieren kann, dabei jedoch nicht erkrankt. Deshalb muss der niedrige Titer keineswegs ein Zeichen f\u00fcr eine Nachimpfung darstellen, nur damit dieser wieder ansteigt. Manchen Tier\u00e4rzten ist die Titerbestimmung also eine willkommene M\u00f6glichkeit Einbu\u00dfen durch nicht verabreichte Impfstoffe auszugleichen, leider nutzt es dem Tierhalter aber nicht viel.<\/p>\n<p>Trotzdem stellt die Titermessung zumindest einen Kompromiss zwischen Tierhalter und Veterin\u00e4ren dar, denn die meisten Titermessungen ergeben einen Impfschutz von mindestens sieben Jahren. Auch wenn der Impfstoff vermutlich noch l\u00e4nger h\u00e4lt, gibt der Titer meistens einen handfesten Beweis \u00fcber einen l\u00e4ngeren bestehenden Schutz, als auf dem Impfbeipackzettel angegeben ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Nebenwirkungen<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch Impfungen Nebenwirkungen enthalten, wirklich schwerwiegende sind dabei jedoch \u00e4u\u00dfert selten. Mit abnehmendem K\u00f6rpergewicht steigt das Risiko f\u00fcr eine Impfreaktion. In dem meisten F\u00e4llen treten nach einer Impfung St\u00f6rungen in der Befindlichkeit auf, wie z.B. Fieber, Abgeschlagenheit, Schmerzempfindlichkeit an der Einstichstelle etc.<\/p>\n<p>Ebenfalls weitestgehend harmlos sind kleine Entz\u00fcndungen an der Einstichstelle, welche einen Knubbel entstehen lassen k\u00f6nnen. Dieser sollte nach wenigen Tagen wieder verschwinden. W\u00e4chst er jedoch, k\u00f6nnte es sich um ein Impfsarkom handeln, was m\u00f6glichst schnell untersucht werden sollte. Bei Hunden ist das jedoch ebenso sehr selten.<\/p>\n<p>Deutlich schwerwiegender k\u00f6nnen hingegen allergische Reaktionen auf Impfstoffe sein, welche bis hin zu einem anaphylaktischem Schock f\u00fchren k\u00f6nnen. Anzeichen k\u00f6nnen Schwellungen, Durchfall und Erbrechen, Atemnot und das Anschwellen von K\u00f6rperteilen (besonders Gesicht, Hals, Augenlieder) sein.<\/p>\n<p>M\u00f6glich sind auch \u00d6deme, Hauterkrankungen, L\u00e4hmungen und Erkrankungen des Nervensystems, Koordinationsst\u00f6rungen bis hin zu Geschw\u00fcren, welche durch die Verklumpung von Antigenen verursacht werden. Impfungen stehen au\u00dferdem in Verdacht Autoimmunerkrankungen ausl\u00f6sen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Hat ein Hund wirklich eine schwere Impfnebenwirkung bekommen, muss genau \u00fcberlegt werden ob und was er je wieder geimpft bekommt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Argumente impfeifriger Tier\u00e4rzte<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich \u00fcber die genauen Hintergr\u00fcnde von Tier\u00e4rzten, welche immer noch j\u00e4hrlich impfen nur spekulieren, jedoch begr\u00fcnden sie dieses gegen\u00fcber ihren Kunden h\u00e4ufig mit den Vorgaben des Herstellers oder versuchen zu \u00fcberzeugen, dass eine Ansteckung nach einem Jahr nicht ausgeschlossen werden kann und wie obligat es ist den Schutz, aufgrund der vielen \u201elauernden\u201c Krankheitserreger, aufrecht zu erhalten. Nat\u00fcrlich wird versucht den Kunden von der Notwendigkeit m\u00f6glichst vieler Impfungen zu \u00fcberzeugen &#8211; das manche Impfstoffe nur wenig bis gar nicht n\u00fctzlich sind, wird verschwiegen. Es wird versucht, dem Kunden ein schlechtes Gewissen einzureden, falls er so unverantwortlich handelt und sein Tier nicht pr\u00e4ventiv sch\u00fctzt. Amerikanische Studien werden oft kritisch be\u00e4ugt, oder sogar als schlichtweg manipuliert und somit unwahr dargestellt. Ich wage es zu unterstellen, dass ein realistischer Grund die nicht zu untersch\u00e4tzenden Einnahmen von Impfungen sind, welche nat\u00fcrlich wegfallen, wenn die Tiere nur noch maximal alle drei Jahre geimpft werden, m\u00f6glicherweise spielt auch ein Mangel an Fortbildung eine Rolle.<\/p>\n<p>Ein durchaus nachvollziehbarer Grund warum Tier\u00e4rzte sich an die Impfvorgaben nach der StiKo Vet halten, ist sicherlich der rechtliche Aspekt. Wer sich an diese Vorgaben m\u00f6glichst genau h\u00e4lt, steht rechtlich immer auf der sicheren Seite, w\u00e4hrend zu viel Experimentierfreude mit einem zu langem Impfintervall durchaus Probleme geben kann, falls ein Hund dennoch erkrankt. Trotzdem ist es nat\u00fcrlich m\u00f6glich auf eigenen Wunsch den Intervall zwischen den Nachimpfungen zu erweitern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Eine j\u00e4hrliche Impfung, ist bei keinem wichtigen Impfstoff mehr n\u00f6tig. Selbst der Impfstandard hat sich seit 2006 dahingehend aktualisiert, dass die meisten Impfungen nur noch alle drei Jahre erneuert werden m\u00fcssen (eine Ausnahme bleiben weiterhin Leptospirose und Parainfluenza, welche meiner Meinung nach aber nicht notwendig sind). Viel wichtiger als die Nachimpfungen, ist jedoch die Grundimmunisierung, denn wenn diese korrekt durchgef\u00fchrt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Hund gegen die meisten Infektionskrankheiten, gegen welche geimpft wird, ein Leben lang immun bleibt. Starke Impfreaktionen sind eine Seltenheit, trotzdem ist es nicht notwendig einen Organismus, welcher gen\u00fcgend Antik\u00f6rper besitzt, stetig erneut zu impfen. Ein jeder Hundebesitzer sollte sich deshalb ausreichend \u00fcber diese Thematik informieren und dann selbst entscheiden <strong>was<\/strong> dem eigenen Hund geimpft wird und <strong>wie oft<\/strong> dieses geschehen soll, m\u00f6glicherweise k\u00f6nnen Titerkontrollen bei der Entscheidung behilflich sein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine durchaus g\u00e4ngige Praxis bei vielen Hundehaltern besteht darin, den eigenen Hund jedes Jahr impfen zu lassen. Schlie\u00dflich wird es von seinem Tierarzt so empfohlen und dieser wird wohl wissen, was das Beste f\u00fcr den eigenen Vierbeiner ist. 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