{"id":2817,"date":"2017-12-18T16:27:28","date_gmt":"2017-12-18T15:27:28","guid":{"rendered":"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/?p=2817"},"modified":"2021-01-16T23:35:51","modified_gmt":"2021-01-16T22:35:51","slug":"dein-hund-laesst-sich-nicht-abrufen-so-gehst-du-damit-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/dein-hund-laesst-sich-nicht-abrufen-so-gehst-du-damit-um\/","title":{"rendered":"Dein Hund l\u00e4sst sich nicht abrufen &#8211; So gehst Du damit um"},"content":{"rendered":"<p>Die Paradedisziplin der Hundeerziehung ist wohl das sichere Abrufen des Vierbeiners in jeder Situation. Jeder Hundebesitzer wei\u00df, wie schwierig und langwierig es sein kann seinem Sch\u00fctzling das Kommando \u201eHier\u201c oder \u201eKomm\u201c beizubringen. Hast Du auch Probleme beim Abrufen Deines Hundes und suchst nach einer L\u00f6sung? In diesem Artikel erf\u00e4hrst Du, warum sich viele Hunde nicht abrufen lassen und bekommst n\u00fctzliche Tipps, wie Du das Problem l\u00f6sen kannst.<!--more--><\/p>\n<h2>Das Problem &#8211; Der Hund l\u00e4sst sich nicht abrufen<\/h2>\n<p>Wer kennt es nicht!? \u201eBellooooo\u201c, \u201eLotteeeee\u201c, \u201eBaluuuuuuuu\u201c. Auf jedem Spaziergang trifft man auf jemanden, dessen Hund nicht sofort reagiert, wenn er gerufen wird, oder man selbst hat zu sp\u00e4t bemerkt, dass jemand entgegenkommt und Rex hat sich schon unaufhaltsam auf den Weg gemacht, um seinen Artgenossen zu begr\u00fc\u00dfen. Das f\u00fchrt nicht zwangsl\u00e4ufig zu Problemen, aber wenn der Artgenosse dann vielleicht nicht so angetan ist oder die Aufmerksamkeit des Hundes einem Hasen oder Reh gilt, kann die Situation schnell gef\u00e4hrlich werden. Bisswunden, ein Verkehrsunfall oder das komplette Verschwinden\u2026alleine die Vorstellung l\u00e4sst einen zusammenzucken. Soll der Spaziergang also sowohl f\u00fcr Dich als auch f\u00fcr Deinen Hund angenehm und stressfrei sein, muss das Abrufkommando sitzen. Gefordert ist hier vor allem eins: Ausdauer!<\/p>\n<h2>Warum reagiert mein Hund nicht aufs Abrufen?<\/h2>\n<p>In den seltensten F\u00e4llen liegt die Kommandoverweigerung an mangelnder H\u00f6rkraft des Hundes, im Zweifelsfall sollte dies aber abgekl\u00e4rt werden. In allen anderen F\u00e4llen, liegt es an der Beziehung zwischen Besitzer und Hund, an der Kommunikation oder einfach an zu wenig \u00dcbung und Konsequenz.<\/p>\n<h3>Die Mensch-Hund-Beziehung<\/h3>\n<p>Hunde sind Rudeltiere und haben eine bestimmte Stellung innerhalb des Rudels. H\u00f6rt Dein Hund nicht auf dich, k\u00f6nnte es daran liegen, dass er dich nicht als rangh\u00f6her betrachtet und denkt, er d\u00fcrfe seine eigenen Entscheidungen treffen. Das liegt oft einfach daran, dass wir Regeln aufstellen, diese aber nicht konsequent beibehalten und uns der Hund schlichtweg nicht mehr ernst nimmt. Zudem verschleiert die Gabe von Leckerli oftmals das Problem. Kommt der Vierbeiner nur mit Leckerli, hat er vor allem Dich im Griff und nicht Du ihn. Bevor ein Kommando effektiv trainiert werden kann, muss erstmal die Mensch-Hund-Beziehung stimmen. Der Hund muss wissen, dass Du ihm \u00fcbergeordnet bist und das Sagen hast; wieso sollte er sonst auf Dich h\u00f6ren, wenn er gerade einer interessanten F\u00e4hrte nachgeht oder das Spiel mit dem Artgenossen lockt? Du musst Dir also Respekt verschaffen. Gewalt hat dabei nat\u00fcrlich absolut nichts zu suchen. Hier kommt die richtige Kommunikation und Konsequenz ins Spiel.<\/p>\n<h3>Kommunikation mit dem Hund<\/h3>\n<p>Hunde untereinander kommunizieren durch K\u00f6rperhaltung, Mimik und ihre Bewegung. Diese nonverbale Kommunikation ist auch f\u00fcr uns Menschen ein wichtiger Teil der Verst\u00e4ndigung mit dem Hund, was wir oft vernachl\u00e4ssigen. Dein Auftreten muss selbstsicher sein, denn Unsicherheit bleibt dem Vierbeiner sicherlich nicht verborgen. Deine Bewegungen d\u00fcrfen aber nicht bedrohlich wirken. Beim Einsatz Deiner Stimme solltest du einige Dinge beachten. Kommandos sollten in normaler Lautst\u00e4rke, deutlich und motivierend gegeben werden. Hysterische oder aggressive T\u00f6ne bewirken eher eine Verunsicherung des Hundes und f\u00fchren nicht zum Erfolg. Zudem muss das Kommando so einfach wie m\u00f6glich gehalten werden. \u201eKomm, jetzt, los\u201c, ist nur verwirrend. Der Name des Hundes und \u201eHier\u201c reicht aus. Das wiederholte Rufen ist eher kontraproduktiv. Kommt der Hund irgendwann zur\u00fcck und wird gelobt, denkt er, dass es gen\u00fcgt, wenn er sich nach seiner Sch\u00fcffel-Tour zu Dir aufmacht. Ein beliebter Fehler ist allerdings auch das Schimpfen, wenn der Hund nach einem Ungehorsam zu einem zur\u00fcckkehrt. Wie soll der Hund dieses Verhalten verstehen? Er wei\u00df nicht, dass Du gestresst bist und Dir Sorgen gemacht hast, weil er mal schnell ein Mauseloch im Wald kontrollieren musste. Es hilft manchmal wirklich, sich dar\u00fcber Gedanken zu machen, wie das eigene Verhalten auf den Hund wirkt. Macht es Sinn was ich mache? Du musst kein Hundetrainer sein, um Deinen Hund vern\u00fcnftig zu erziehen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, Du brauchst Geduld und es wird nicht immer nur Fortschritte geben.<\/p>\n<h2>Wie trainiere ich das Abrufen?<\/h2>\n<p>Das Abrufen erfordert absolute Konsequenz. Das Training sollte, wenn m\u00f6glich ab dem Welpenalter erfolgen. So festigt sich das Kommando am besten. Die \u00dcbungen mit dem Welpen k\u00f6nnen schon drinnen beginnen. Wenn der Hund seine Mahlzeit bekommt, kann man dies bereits mit einem \u201eHier\u201c oder \u201eKomm\u201c verkn\u00fcpfen. Am besten finden die \u00dcbungen am Anfang in einem abgez\u00e4unten Bereich statt. Schleppleinentraining ist eine gute M\u00f6glichkeit zum Training mit Junghunden und \u00e4lteren Hunden.<\/p>\n<h3>Das Welpentraining<\/h3>\n<p>Eine Person h\u00e4lt den Hund fest und man selbst machtauf sich aufmerksam, sagt das Kommando und in diesem Moment wird der Hund losgelassen. Kommt er zu einem, wird er gelobt. So lernt der Welpe von Anfang an, spielerisch den Grundgehorsam. Das kann ohne Probleme drinnen ge\u00fcbt werden. Sobald es nach drau\u00dfen geht, gibt es nat\u00fcrlich vielf\u00e4ltige Ablenkungen. Einen Welpen darf man nicht \u00fcberfordern, aber die \u00dcbung des Festhaltens und Rufens sollte immer wieder eingebaut werden und die Distanz immer weiter vergr\u00f6\u00dfert werden. Funktioniert dies, kann der Hund auch ohne festgehalten zu werden, gerufen werden. Zun\u00e4chst macht man zum Beispiel durch Bewegen auf sich aufmerksam; erst wenn der Hund auf einen zukommt, gibt man das Kommando. So stellt man sicher, dass das Abrufen erfolgreich ist. Es folgt immer ein Lob. Man erschwert die \u00dcbungen sp\u00e4ter <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2822 alignleft\" src=\"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/welpe_1509643706-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"347\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/welpe_1509643706-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/welpe_1509643706-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/welpe_1509643706-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/welpe_1509643706-1-104x69.jpg 104w, https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/welpe_1509643706-1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/>durch gezieltes Ablenken des Hundes. Man lobt nur, wenn der Hund beim ersten Rufen sofort zu einem kommt. Sonst bricht man die \u00dcbung ab, ignoriert den Vierbeiner und entfernt sich ein St\u00fcck; oft erlangt man so die Aufmerksamkeit des Welpen wieder. Eine Abwandlung ist das Verstecken. Der Hund wird festgehalten oder abgelenkt, man versteckt sich hinter einem Baum oder einem Geb\u00fcsch und ruft den Hund. Wichtig ist, dass man niemals hinter dem Hund herl\u00e4uft, wenn er w\u00e4hrend der \u00dcbung nicht h\u00f6rt; Hinterherlaufen bedeutet f\u00fcr ihn eine Aufforderung zum Spielen oder er merkt sogar, dass er bestimmen kann, was der Besitzer tut. Die \u00dcbungen m\u00fcssen konsequent in den Alltag eingebaut werden, dann steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.<\/p>\n<h3>Training mit der Schleppleine<\/h3>\n<p>Bei Junghunden oder \u00e4lteren Hunden, sollten die oben genannten \u00dcbung auch angewendet werden, um sie an das Kommando zu gew\u00f6hnen. Es wird allerdings nicht mehr so effektiv sein, wie im Welpenalter. Zus\u00e4tzlich sollte beim Spaziergang deshalb eine Schleppleine zum Einsatz kommen, um die \u00dcbungen zu vertiefen. Schleppleinentraining unterst\u00fctzt die Abruf\u00fcbungen optimal. Bitte die Schleppleine immer nur in Verbindung mit einem Brustgeschirr benutzen, damit der Hund sich nicht verletzt.<\/p>\n<h2>Mein Hund Alfred &#8211; alles falsch gemacht!?<\/h2>\n<p>Nun ja, dann gibt es da ja noch den Jagdtrieb. Als der Podenco-Mix Alfred zu uns kam, war er ausgehungert, krank und total ver\u00e4ngstigt. An Training war erstmal gar nicht zu denken. Er musste sich zun\u00e4chst mal an uns und seine neue Situation fernab vom griechischen Zwinger gew\u00f6hnen. Ohne Probleme konnten wir mit ihm im Wald freilaufend spielen<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2821 alignleft\" src=\"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20160824_195251-1-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20160824_195251-1-168x300.jpg 168w, https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20160824_195251-1-768x1368.jpg 768w, https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_20160824_195251-1-575x1024.jpg 575w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/>, er orientierte sich dabei an seiner Mitbewohnerin Frida. Ab und zu wurde mal die ein oder andere Abruf\u00fcbung eingebaut, aber nicht konsequent. Den Zeitpunkt, wo Alfred schon einigerma\u00dfen aufgep\u00e4ppelt war und man das Training h\u00e4tte beginnen m\u00fcssen, haben wir definitiv verpasst. Denn dann kam Tag X. Alfred lief mittlerweile ohne Leine beim Spaziergang ohne Probleme mit, bis dahin zumindest. Dann entdeckte er das Jagen f\u00fcr sich. Schn\u00fcffeln war von Anfang an eine seiner Lieblingsbesch\u00e4ftigungen, aber an diesem Tag nahm er eine F\u00e4hrte auf und machte sich auf und davon. Kein Rufen half. Uns blieb nichts anderes \u00fcbrig als zu warten, bis seine Tour vorbei war und er wiederkam. Dann haben wir vieles falsch gemacht. Die klassischen Fehler: den Hund ausschimpfen, hundertmal Rufen, hysterisch werden, das ganze Programm. Anstatt dann konsequent zu sein, den Hund beim n\u00e4chsten Sparziergang an der Leine zu lassen und das allt\u00e4gliche Training zu beginnen, wurde es als Ausrutscher abgetan. Es folgten einige Schn\u00fcffeltouren von Alfred, bis er dann einmal ungef\u00e4hr 45 Minuten weg war. Jetzt hatte er definitiv seinen Jagdtrieb entdeckt und unheimlichen Spa\u00df daran gefunden. Falscher h\u00e4tte man es nicht machen k\u00f6nnen. Das wei\u00df ich heute, damals leider nicht. Bis jetzt geht Alfred nur an der Leine und kann nur in eingez\u00e4untem Gel\u00e4nde seinen Auslauf genie\u00dfen. Ob es trotz Training jemals m\u00f6glich sein wird, ihn freilaufen zu lassen, steht noch in den Sternen. Es gibt keine Garantie daf\u00fcr, dass jeder Hund irgendwann perfekt abrufbar sein wird, das sollte jedem klar sein.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Damit das Abrufen klappt, musst Du vor allem konsequent und geduldig sein. Eine Woche Training bringt absolut gar nichts. Die Abruf\u00fcbungen m\u00fcssen in den Alltag integriert werden und einige, grundlegende Sachen beachtet werden. Dein Hund muss dich ernst nehmen. Wenn du in allen anderen Bereichen inkonsequent bist, kannst du nicht erwarten, dass ausgerechnet das Abrufen problemlos funktioniert. Fange so fr\u00fch wie m\u00f6glich mit dem Training des Kommandos an. W\u00e4hle ein deutliches, kurzes Kommando wie \u201eHier\u201c oder \u201eKomm\u201c. Sei selbstsicher und motivierend, versuche nicht zu schreien und nehme keine bedrohliche Haltung ein (wie zum Beispiel das nach vorne oder \u00fcber den Hund beugen). Vermeide es unbedingt, den Hund zu bestrafen, wenn er nach Nichtgehorchen zu dir kommt. Lobe ihn jedes Mal wenn er nach einmaligem Rufen sofort zu dir kommt. Positive Best\u00e4rkung ist enorm effektiv beim Lernprozess des Hundes. Leckerli sind absolut in Ordnung als Belohnung, man sollte allerdings darauf achten, die Arten der Belohnung zu variieren. Die \u00dcbung sollte also auch ohne Leckerli funktionieren. Ansonsten hei\u00dft es: Dran bleiben und blo\u00df nicht verzweifeln! Viel Spa\u00df beim \u00dcben!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Paradedisziplin der Hundeerziehung ist wohl das sichere Abrufen des Vierbeiners in jeder Situation. 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