{"id":3746,"date":"2018-02-13T20:00:28","date_gmt":"2018-02-13T19:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/?p=3746"},"modified":"2019-12-04T10:18:31","modified_gmt":"2019-12-04T09:18:31","slug":"die-wasserrute-beim-hund-cold-tail","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/die-wasserrute-beim-hund-cold-tail\/","title":{"rendered":"Die Wasserrute beim Hund &#8211; Cold Tail"},"content":{"rendered":"<p>Was sich erstmal nicht nach einer Erkrankung anh\u00f6rt, sondern nach einem Angelutensil, ist f\u00fcr den Hund eine schmerzhafte Angelegenheit: die Wasserrute. Wie Du die Erkrankung bei Deinem Hund erkennst und wie du am besten reagierst, erf\u00e4hrst du in diesem Artikel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Was ist eine Wasserrute beim Hund?<\/strong><\/h2>\n<p>In der Fachsprache hei\u00dft die Wasserrute \u201e<strong>Kokzygeale Myopathie<\/strong>\u201c. Es handelt sich dabei um eine neurologische Erkrankung beim Hund, die allerdings noch nicht gut erforscht ist. Kokzygeal bedeutet \u201ezum Stei\u00dfbein geh\u00f6rig\u201c. Der letzte Abschnitt des R\u00fcckenmarkes wird als Kokzygealsegment bezeichnet. Dieser kokzygeale Bereich liegt beim Hund am Rutenansatz. Die Erkrankung ist eher selten, weshalb noch nicht viel dar\u00fcber bekannt ist.<\/p>\n<h2>Ursache und Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine Wasserrute beim Hund<\/h2>\n<p>Die Erkrankung tritt h\u00e4ufig nach dem Spielen oder dem Jagen in kaltem Wasser oder bei kalten und feuchten Wetterbedingungen auf. Das unterst\u00fctzt die Theorie, dass es nicht an der Rasse selbst liegt, dass diese Hunde h\u00e4ufiger erkranken, sondern an den Vorlieben oder Aufgaben. Ein Jagdhund muss auch bei K\u00e4lte l\u00e4nger verharren und dann sehr pl\u00f6tzlich und energisch losrennen. Dass ein Labrador oder ein Golden Retriever das Wasser liebt und dieses auch bei K\u00e4lte nicht scheut, muss wohl nicht erw\u00e4hnt werden. Die Ursache von der man zurzeit ausgeht, ist deshalb eine Durchblutungsst\u00f6rung der Schwanzmuskulatur, die die Muskulatur vor\u00fcbergehend sch\u00e4digt. Der Rutenansatz ist kalt und\/oder nass und deshalb schlecht durchblutet. Kommt es nun zu vermehrter Belastung, kann es zur Zerst\u00f6rung von Muskelzellen kommen. Andere Gr\u00fcnde, die noch diskutiert werden, ist eine Stauchung der oberen Schwanzwirbel, sowie eine Entz\u00fcndung zwischen den Wirbeln. Soweit die Theorie, wie es sich wirklich verh\u00e4lt oder noch etwas anderes hinter der kokzygealen Myopathie steckt, muss noch genauer erforscht werden.<\/p>\n<h2>Symptome einer Wasserrute beim Hund<\/h2>\n<p>Der Schwanzansatz wird horizontal gehalten, w\u00e4hrend der Rest des Schwanzes schlaff nach unten h\u00e4ngt. Der Schwanzansatz ist dabei zumeist geschwollen und extrem ber\u00fchrungsempfindlich. Das Blut gelangt nicht mehr in die Schwanzmuskulatur, weshalb diese scheinbar leblos herunterh\u00e4ngt. Die betroffenen Hunde m\u00f6chte sich nicht hinsetzen oder springen. Teilweise nehmen die Hunde zur Schmerzentlastung den sogenannten \u201eWelpensitz\u201c ein. Dabei wird das Becken zur Seite gekippt und der Hund setzt sich auf die Seite einer Pobacke. Das Verhalten ist insgesamt sehr unruhig, die Hunde lecken oder knabbern am Rutenansatz, Kot- und Urinabsatz wird vermieden. Man kann also davon ausgehen, dass der Hund starke Schmerzen hat. Aufgrund der Schmerzen ist es nicht ungew\u00f6hnlich, dass leichte Aggressionen vom Hund ausgehen, wenn man ihn Anfassen will. Nach einigen Tagen heilt die Wasserrute wieder aus, die Wasserrute kann aber wiederholt auftreten.<\/p>\n<h3><strong>Welche Hunderassen sind betroffen?<\/strong><\/h3>\n<p>\u00dcberdurchschnittlich oft betroffen scheinen die Rassen Labrador, Setter, Golden Retriever und Beagle sowie allgemein Jagdhunde zu sein. Dabei stellt sich die Frage, ob es wirklich eine Rassenpr\u00e4disposition gibt oder ob nur die Nutzung der genannten Rassen die Erkrankung hervorruft. Die Hunde k\u00f6nnen bereits sehr jung (wenige Monate) bis zu ungef\u00e4hr neun Jahren betroffen sein, wobei das Problem auch mehrfach auftreten kann. R\u00fcden erkranken h\u00e4ufiger an der Wasserrute als H\u00fcndinnen.<\/p>\n<h3>Diagnose<\/h3>\n<p>Die Diagnose stellt der Tierarzt nach genauer Schilderung des Hundebesitzers, wann das Problem aufgetreten ist, aufgrund der Rutenhaltung und nach Ausschluss anderer Ursachen. Zudem kann eine Blutuntersuchung und eine Messung der Muskelaktivit\u00e4t (Elektro-Myographie) hinzukommen. Bei betroffenen Hunden ist die Creatinkinase (Muskelenzym) deutlich erh\u00f6ht. Auszuschlie\u00dfen sind Frakturen sowie Nervensch\u00e4digungen oder auch ein Bandscheibenvorfall. Ein bildgebendes Verfahren wie zum Beispiel R\u00f6ntgen oder ein MRT k\u00f6nnen deshalb zum Einsatz kommen, sind auch insofern hilfreich, dass langfristige Sch\u00e4den durch eine falsche Diagnose vermieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><strong>Behandlung und Therapiem\u00f6glichkeiten&nbsp;<\/strong><strong>einer Wasserrute beim Hund :<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Sollte der Hund bei einer Wasserrute Schmerzmittel bekommen ?<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Die Therapie der Erkrankung beginnt aufgrund der gro\u00dfen Schmerzen, die der Hund versp\u00fcrt, zun\u00e4chst mit einem entz\u00fcndungshemmenden Schmerzmittel. W\u00e4rme am Rutenansatz durch eine W\u00e4rmelampe oder ein Kirschkernkissen kann dem Hund Entspannung verschaffen. Ganz wichtig ist, dass das Tier ein paar Tage geschont wird, damit die Erkrankung ausheilen kann. Physiotherapie kann helfen die volle Beweglichkeit des Rutenansatzes wiederherzustellen, da es passieren kann, dass eine untypische Schwanzhaltung zur\u00fcckbleibt. Der Tierarzt sollte bei den Symptomen einer Wasserrute defintiv aufgesucht werden, selbst wenn man denkt, man k\u00f6nne sie selbst behandeln. Es kann sich durchaus auch um eine andere, schwerere Erkrankung mit Langzeitfolgen handeln. Zudem birgt eine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln Gefahren. Die Gabe von Schmerzmitteln sollte auf Grund der starken Schmerzen aber auf jeden Fall erfolgen.<\/p>\n<h2>So kannst du einer Wasserrute beim Hund vorbeugen :<\/h2>\n<p>Es ist sinnvoll und sollte selbstverst\u00e4ndlich sein, dass Hunde die zur Jagd eingesetzt werden, gut trainiert werden. Das hei\u00dft: die Anstrengung sollte langsam nur gesteigert werden. Bei gut trainierten Hunden scheint es seltener zu einer kokzygealen Myopathie zu kommen. Bei kalten Temperaturen sollte der Hund nach dem Spielen, Spaziergang oder Jagen gut abgetrocknet werden und einen warmen Platz zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen. Langes Verweilen in zu kleinen Transportboxen sollte vermieden werden.<\/p>\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Bei der kokzygealen Myopathie, der Wasserrute, handelt es sich um eine f\u00fcr den Hund sehr schmerzhafte Erkrankung, die aber nach kurzer Zeit ohne weitere Sch\u00e4den wieder ausheilt.&nbsp; Man m\u00f6chte seinem Hund diese Erfahrung aber nat\u00fcrlich ersparen, weshalb es nicht schadet, die vorzubeugenden Ma\u00dfnahmen einzuhalten. Sollte der Hund die beschriebenen Anzeichen zeigen, sollte definitiv ein Tierarzt aufgesucht werden, zum einen um andere Erkrankungen auszuschlie\u00dfen und zum anderen zur Schmerzlinderung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sich erstmal nicht nach einer Erkrankung anh\u00f6rt, sondern nach einem Angelutensil, ist f\u00fcr den Hund eine schmerzhafte Angelegenheit: die Wasserrute. 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