{"id":4419,"date":"2018-01-25T20:00:27","date_gmt":"2018-01-25T19:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/barf-alarm.de\/blog\/?p=4419"},"modified":"2019-12-04T15:35:48","modified_gmt":"2019-12-04T14:35:48","slug":"diabetes-beim-hund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pet-gold.de\/blog\/diabetes-beim-hund\/","title":{"rendered":"Diabetes mellitus beim Hund"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die meisten Hundebesitzer ist es ein Schock zu erfahren dass ihr Vierbeiner an Diabetes mellitus, im Volksmund als \u201eZuckerkrankheit\u201c bezeichnet, erkrankt ist. Sofort hat man Gedanken an das t\u00e4gliche Messen des Blutzuckers, fiese Spritzen die man dem Hund auch noch selbst geben muss und unendliche Tierarztrechnungen im Kopf.<\/p>\n<p>Wie man \u00fcberhaupt bemerkt dass der eigene Hund an Diabetes mellitus erkrankt sein k\u00f6nnte und warum die Diagnose keinen Weltuntergang bedeutet, erkl\u00e4ren wir euch in diesem Beitrag.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Was ist Diabetes mellitus beim Hund ?<\/h2>\n<p>Diabetes mellitus bedeutet ins Deutsche \u00fcbersetzt \u201ehonigs\u00fc\u00dfer Durchfluss\u201c und wurde so bezeichnet, da der Urin der Erkrankten durch den enthaltenen Zucker sehr s\u00fc\u00df ist.<\/p>\n<p>Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer St\u00f6rung des Zuckerstoffwechsels da ein Problem mit dem in der Bauchspeicheldr\u00fcse gebildeten Hormon Insulin vorliegt. Insulin ist notwendig um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen wo dieser dann als Energie f\u00fcr den Stoffwechsel zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Beim Diabetes mellitus vom Typ 1 bildet die Bauchspeicheldr\u00fcse kein oder deutlich zu wenig Insulin. Bei Typ 2 sind die Zellen des K\u00f6rpers, abgesehen von Gehirnzellen, nicht in der Lage das Insulin zu erkennen. In der Folge kommt es bei beiden Typen zu einer Mangelversorgung der Zellen mit Zucker aus dem Blut, was sich negativ auf den Energiehaushalt der Zelle auswirkt.<\/p>\n<p>Bei unseren Hunden handelt es sich in der Regel um einen Diabetes mellitus Typ 1, ihnen steht also zu wenig oder gar kein Insulin zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2>Welche Hunde bekommen Diabetes mellitus?<\/h2>\n<p>Meistens sind Hunde in der zweiten Lebensh\u00e4lfte, also ab etwa 7-8 Jahren betroffen. Grunds\u00e4tzlich kann Diabetes mellitus aber zu jedem Zeitpunkt im Leben eines Hundes auftreten, also auch beim Welpen oder Junghund.<\/p>\n<h3>Genetischer Einfluss und vorbeugende Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n<p>Diabetes trifft bedingt durch hormonelle Einfl\u00fcsse geringf\u00fcgig mehr weibliche als m\u00e4nnliche Tiere, auch eine genetische Veranlagung kann bei einigen Rassen, wie etwa dem Samojeden, dem Zwergschnauzer und dem Pudel, nicht ausgeschlossen werden.<\/p>\n<h2>Symptome und Diagnostik der Diabetes mellitus beim Hund<\/h2>\n<h3>Symptome und deren Ursachen<\/h3>\n<p>Die Symptome, die ein Hund mit bisher unerkanntem Diabetes mellitus zeigen kann, sind durch den krankhaft hohen Zuckerspiegel im Blut bedingt.<\/p>\n<p>Wir als Hundebesitzer merken oft zuerst, dass unser Vierbeiner ungew\u00f6hnlich viel trinkt und entsprechend mehr raus muss. Teils m\u00fcssen Hunde mehrfach nachts zum \u201epieseln\u201c gehen obwohl sie zuvor problemlos durchgehalten haben.<\/p>\n<p>Dies geschieht, da die Nieren ab einem gewissen Blutzuckerspiegel nicht mehr in der Lage sind den Zucker im Blut zu halten und er in den Urin \u00fcbergeht. Da Zucker auf Wasser anziehend wirkt, wird zus\u00e4tzlich mit dem Zucker auch mehr Wasser in den Urin geschleust. Folglich fehlt dem Hund Wasser, was er durch vermehrtes Trinken auszugleichen versucht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind Hunde mit Diabetes mellitus st\u00e4ndig hungrig \u2013 dieses Symptom ist allerdings allein kein dringender Hinweis auf Diabetes, da es viele Hunde gibt die sich bester Gesundheit erfreuen und trotzdem st\u00e4ndig betr\u00fcbt auf den leeren Napf starren in der Hoffnung, es m\u00f6ge ihn jemand f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Hunde, die an Diabetes erkrankt sind, verlieren jedoch trotz der reichlichen Futteraufnahme zusehends an Gewicht. Dies beruht darauf dass den Zellen zu wenig Zucker zur Verf\u00fcgung steht da dieser durch den Mangel an Insulin im Blut bleibt. Sie m\u00fcssen die ihre f\u00fcr Stoffwechselvorg\u00e4nge n\u00f6tige Energie also auf andere Weise gewinnen \u2013 beispielsweise durch den Abbau von Muskulatur.<\/p>\n<p>Generell gilt aber bei der Sorge, der eigene Hund k\u00f6nne an Diabetes mellitus leiden, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt gehen, denn eine fr\u00fchzeitige Diagnose und Therapie kann Folgeerkrankungen des Diabetes wie zum Beispiel Augenerkrankungen vorbeugen.<\/p>\n<h3>Diabetes Diagnostik beim Hund :<\/h3>\n<p>Beim Tierarzt wird zun\u00e4chst etwas Urin aufgefangen und auf Zucker untersucht. Dies kann direkt in der Praxis geschehen und gibt erste Hinweise, ob der Verdacht auf Diabetes mellitus begr\u00fcndet ist. Eine sichere Diagnose sollte jedoch noch durch weitere Untersuchungen abgesichert werden. Hierzu wird dem Hund eine Blutprobe entnommen, welche unter anderem auf den erh\u00f6hten Blutzucker, einen Wert namens Fruktosamin (welcher beim Hund eine Art \u201eGed\u00e4chtnis\u201c des Blutzuckerwerts ist) und organspezifische Werte untersucht wird.<\/p>\n<p>Der Tierarzt stellt dann nach Interpretation der von ihm erhobenen Befunde die Diagnose \u201eDiabetes mellitus\u201c und bespricht mit dem Besitzer das weitere Vorgehen und die Therapie. Meist ist dies f\u00fcr Besitzer erschreckend, einen chronisch kranken Hund zu haben, doch mit etwas \u00dcbung kann das Management des Diabetes problemlos durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2>Die Diabetes Therapie des erkrankten Hundes<\/h2>\n<p>Die Therapie des Diabetes mellitus beim Hund setzt sich, wie beim Menschen \u00fcbrigens auch, aus mehreren Teilen zusammen. Ziel ist die Ann\u00e4herung und Stabilisierung des Blutzuckers knapp oberhalb des Normalwerts. Erfahrungen haben gezeigt, dass dieses Management die besten Ergebnisse erzielt und der Hund sein Gewicht h\u00e4lt, eine normale Wasseraufnahme zeigt und entsprechend normale Mengen Urin ausscheidet.<\/p>\n<p>Der Tierarzt wird dem Hund ein speziell abgestimmtes Insulinschema verordnen, welches zuhause vom Besitzer gespritzt wird. Mit etwas Anleitung durch den Tierarzt ist dies schnell erlernt und stellt in der Regel kein Problem dar. Wichtig ist, dass das Insulin zur immer gleichen Tageszeit verabreicht und sich strikt an die Anweisungen des Tierarztes gehalten wird. Keinesfalls darf die Dosis eigenm\u00e4chtig ge\u00e4ndert werden, da der Hund dann in einen unter Umst\u00e4nden lebensgef\u00e4hrlichen Unterzucker geraten kann!<\/p>\n<p>Nach Erl\u00e4uterung durch den Tierarzt kann der Besitzer seinen Hund zuhause gut \u00fcberwachen, den Blutzuckerspiegel mit einfachen Mitteln kontrollieren und aufmerksam darauf achten ob sich die Symptome wie \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Trinken regulieren.<\/p>\n<p>Falls der Hund vor der Diagnose \u00fcbergewichtig war, so wird mit Hilfe des Tierarztes eine Gewichtsreduktion angestrebt und die F\u00fctterung entsprechend angepasst. Ein Hund mit Diabetes mellitus darf jedoch niemals hungern (das ist, nebenbei bemerkt, auch f\u00fcr gesunde Hunde keine ad\u00e4quate Methode zur Gewichtsabnahme) da auch hier in Kombination mit der Insulingabe ein Unterzucker droht.<\/p>\n<p>Bei H\u00fcndinnen kann durch die hormonelle Komponente unter Umst\u00e4nden auch eine Kastration hilreich sein. Dies sollte jedoch individuell mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrung des Hundes nach der Diagnose Diabetes mellitus :<\/h2>\n<p>Die F\u00fctterung des Hundes mit Diabetes mellitus spielt beim Therapieerfolg eine zentrale Rolle. Um einen gleichm\u00e4\u00dfigen Blutzuckerspiegel zu gew\u00e4hrleisten sollte der Hund meist zwei Mal t\u00e4glich gef\u00fcttert werden und zwischendurch keine \u201eLeckerlis\u201c erhalten.<\/p>\n<p>Das Futter des Hundes sollte rohfaserreich und gegebenenfalls auch etwas kalorienreduziert sein.<\/p>\n<p>Es stehen diverse Fertigfuttermittel zur Verf\u00fcgung die an den Bedarf eines diabetischen Hundes angepasst sind und in Absprache mit dem Tierarzt verf\u00fcttert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ideal ist jedoch das Einstellen der Di\u00e4t individuell auf den Vierbeiner. Dies kann durch eigene Zusammenstellung des Futters, wie es etwa bei der artgerechten Rohf\u00fctterung der Fall ist gelingen und dadurch den Therapieerfolg und folglich die langfristige Gesundheit des Hundes extrem beeinflussen. Es bietet sich bei einem an Diabetes erkrankten Hund an den Ern\u00e4hrungsplan gemeinsam mit einer Fachperson zu erstellen und zu \u00fcberwachen. Das kann beispielsweise der Tierarzt selbst oder eine entsprechend fortgebildete tiermedizinische Fachangestellte leisten.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Was erst einmal viel klingt \u2013 Blutzuckermessungen, Spritzen geben, Futter umstellen \u2013 ist eigentlich nur anfangs gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig und, zugegebenerma\u00dfen, auch nicht ganz umsonst. Wenn aber die Einstellung des Hundes und die Beratung durch den Tierarzt nach der Erstdiagnose erfolgt sind belaufen sich die Folgekosten auf einen vergleichsweise geringen Betrag, Und das Hundehaltung und gerade die Gesunderhaltung des Tieres nicht immer kostenlos sind versteht sich von selbst.<\/p>\n<p>Bei der Diagnose Diabetes mellitus beim eigenen Vierbeiner muss man also keine Panik bekommen, denn am Ende ist es eine mit einfachen Methoden gut beherrschbare Erkrankung bei welcher der Hundebesitzer beispielsweise \u00fcber die Ern\u00e4hrung und gute Zusammenarbeit mit dem Tierarzt einen entscheidenden Einfluss nehmen kann auf den Erfolg der Therapie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die meisten Hundebesitzer ist es ein Schock zu erfahren dass ihr Vierbeiner an Diabetes mellitus, im Volksmund als \u201eZuckerkrankheit\u201c bezeichnet, erkrankt ist. 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